Was steckt hinter bestimmten Verhaltensweisen und was brauchen Kinder eigentlich von uns, wenn sie in inneren Alarm geraten? Wie kann Begleitung aussehen, die Halt gibt und Stück für Stück Selbstregulation ermöglicht?
Die 6 Geschichten im Kinderbuchteil laden uns ein, alltägliche Situationen in Kita, Grundschule und Familie aus der Perspektive der Kinder zu erleben. Sie eröffnen einen Zugang zu ihren Gefühlen, Gedanken und dem körperlichen Erleben und schaffen einen Rahmen, um mit den zuhörenden Kindern ins Gespräch über ihre eigenen Erfahrungen zu kommen. Die Geschichten möchten Kinder ermutigen, ihren eigenen Gefühlen und ihrer Wahrnehmung zu vertrauen und sich auch mit ihren Beschwerden und Vorschlägen an begleitende Erwachsene zu wenden.
Das Besondere: Die Geschichten haben immer zwei verschiedene Enden, die sich entlang unterschiedlicher Umgangsweisen der Erwachsenen auffächern. Mal reagiert die Elternperson oder pädagogische Fachkraft besonnen und zugewandt – und mal ist sie selbst auch einfach überfordert. Wie im richtigen Leben eben. Zu jeder Geschichte gibt es Reflexionsanstöße für den familiären Alltag und die pädagogische Praxis sowie konkrete Vorschläge für Teamsitzungen.
Der Fortbildungsteil vertieft die angerührten Themen. Fundierte Hintergrundinformationen lassen uns praxisnah verstehen, warum eine sichere Bindung so grundlegend wichtig ist, wie unser autonomes Nervensystem ständig um unseren Schutz bemüht ist und wieso weder wir noch die Kinder immer so reagieren können, wie wir uns das wünschen. Wir verstehen zudem, auf welche besondere und einzigartige Art und Weise das Gehirn von Kindern im Autismus-Spektrum oder das ADHS-Gehirn funktioniert – und finden eine Menge Anregungen für Selbstreflexion und Praxisentwicklung.
Das Buch lädt uns ein, neurowissenschaftliche Erkenntnisse ernst zu nehmen und unsere Begleitung von Kindern grundlegend auf sichere Bindung und Selbstregulation hin auszurichten. Das heißt auch, Verantwortung zu übernehmen – für unser Verhalten und für unsere eigene Geschichte. Dabei geht es nicht um „richtig“ und „falsch“. Im Gegenteil: Es geht ums Nicht-perfekt-Sein, ums Echt-sein und die Verbindung mit uns selbst.
Illustiert von Gaëlle Lalonde.





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